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Charlys Hundefarm

Grundlage jeder Hundeerziehung ist das gegenseitige Bedürfnis des Wohlgefallens.

In meiner Hundeschule lernen sie die Hundesprache kennen und sie erfahren wie sie ihr Verhalten korrigieren sollten, damit ihr vierbeiniger Freund sie verstehen lernt.

Mein Spezialgebiet sind die Herdenschutzhunde aber auch jede andere Hunderasse oder Mischling ist herzlichst willkommen.

Lernen sie ihren Hund und die Hundesprache lesen.

Preise und weitere ausführliche Infos auf der Seite : Hundeschule

 


 

 Einen Kangal kann man nicht erklären, man kann ihn nur erleben.

Der Kangal, ein Hund für Menschen die einen Freund und Beschützer suchen.

Sie suchen einen Freund und Schutz für sich, ihre Familie, Haus und Hof oder für Ihre Tiere, ob Alpaka, Pferde, Esel, Ziegen, Schafe, Hasen oder Federvieh, dann ist der Kangal der richtige Hund für Ihr Schutzbedürfnis. Aber auch “nur“ als Begleiter und treuer Freund an ihrer Seite genügt dem Kangal für seine Lebensfreude.

Alles was sie brauchen ist die Möglichkeit den Kangal im Freien zu Halten; denn draußen in der freien Natur, bei Wind und Wetter, liebt es der Kangal seinen verantwortungsvollen Arbeit als Schutzhund zu tun. Ein Wohnungshund ist er nicht.

Innerhalb des “Rudels“, in dem er aufwächst, bewegt sich der Kangal ruhig und unaufdringlich und besitzt ein extrem hohes emotionales Einfühlungsvermögen. Alles was Schutzbedürftig ist, ganz gleich ob Mensch oder Tier, ob Krank, gerade Geboren oder in der Seele gerade etwas geschwächt, erkennt der Kangal sofort und er reagiert so Einfühlsam; dass man es nur erleben kann um es zu glauben. Dann aber erwacht in ihm auch sein ganz besonderer und immer angemessener Schutzinstinkt. Ein gerade geborenes Lamm bedarf eines höheren Schutzes aber auch die täglich pickenden Hühner oder grasenden Schafe werden immer vom Kangal mit Adlersaugen bewacht. Natürliche Beutegreifer wie der Fuchs oder Wolf haben dann keine Chance auf Beute. Der vielleicht ängstliche Spaziergang im nachtdunklen Wald wird neben dem Kangal zu einem Erlebnis der des sicheren Gefühls. 

Fremde werden vom Kangal mit einer neutralen, leicht misstraurigen aber festen Ausstrahlung beobachtet, - und immer sagt sein Blick: “Du bist herzlich willkommen, solange du keinen Fehler machst.“
So arbeiten einige meiner Hunde bei Pferdehaltern, die jetzt keine Angst mehr vor Tierschändern haben, bei Kleintierhaltern, wo der Fuchs keine Chance mehr hat Beute zu machen, bei Fischteichbesitzern, wo der Fischreiher keinen Fisch mehrt klaut, bei Schäfern,  wo sich der Wolf oder Lux nicht mehr der Herde nähern darf. Aber auch auf einem Schulgelände, wo sich einer meiner Kangals tagsüber von den Kindern seine Krauleinheiten abholt, wurden schon Einbrecher gestoppt.
Allerdings hat der Kangal auch ganz besondere Haltungsansprüche. Er liebt die Freiheit und Ruhe. Der Stress der Stadt ist nicht sein Zuhause. Er hat auch seinen eigenen Kopf. Wie sagte Hermann Hesse einmal so schön: “Eigensinn macht Spaß.“ Man muss ihn mögen; diesen eigenen Kopf des Kangal. Der Versuch ihn mit einem Lenkerchen zu bestechen kränkt ihn fast schon in seinem Stolz.

“ Ein Kangal verteidigt nie sich selbst aber für die Familie geht er durchs Feuer.“ Dies haben mir viele Hirten in der Türkei immer wieder erzählt.

Sie sind vielleicht neugierig geworden? Dann rufen Sie mich an und vereinbaren mit mir einen Besuchstermin.


 

 

Mal ein Wort zu der Größe des Kangal

Nach langer Pause melde ich mich mal wieder zurück auf meiner Homepage. Abgesehen davon, dass Computerarbeit nicht zu den großen Vorlieben meines Lebens zählt und dieses technische Wunder auch defekt war, habe ich mich in dieser PC Pause lieber mehr um meine Vorliebe, das „wirkliche Leben“, bemüht. Und in diesem „wirklichen Leben“ sind mir immer mehr riesige Kangals aufgefallen. Daher möchte ich an dieser Stelle mal meine Meinung zu diesen „Riesen“ kund tun.

Mir tut es im Herzen weh wenn ich dies sehe. Es erschreckt mich, mit welcher Gleichgültigkeit viele, sogenannten Züchter die Risiken dieser „Riesenzucht“  in Kauf nehmen.  Krankheiten der Gelenke, Verlust an Kondition und Wendigkeit sind nur einige Folgen die eintreten werden.  Aber dies wäre ein weiteres Thema.

Mir geht es in dem folgenden Artikel darum, einige Argumente aufzuführen die gegen diese „Riesen“ sprechen und möchte aufzeigen weshalb der Kangal bei den Hirten in seinem Herkunftsgebiet  als „Riese“ unbeliebt ist.

 

Acht Beine, vier Augen und vier Ohren sind besser als vier Beine, zwei Augen und zwei Ohren.

Wie fast immer in der kommerziellen Hundezucht werden große Hunderassen immer größer und kleine Hunderassen immer kleiner. (Bald passen die Großen wohl nicht mehr durch eine Haustür und die Kleinen kann bald in einer Streichholzschachtel verstecken.) So geschieht es auch dem Kangal. Tiere mit einem Meter Schulterhöhe und Gewichte von 100 kg und mehr werden mit Stolz präsentiert. Welch ein Trauerspiel! Welch eine Tierquälerei!

Als ich in den 70/80ziger Jahren in der Türkei einige Jahre verbracht habe, habe ich auch große Kangals gesehen aber diese waren mehr Hofhunde als Herdenschutzhunde. Denn für die Hirten sind diese Hunde unbrauchbar für die Arbeit an der Herde. Die Erklärung, die mir die Hirten erzählten, war ganz einfach und simpel.

„Die großen Kangals sind sehr schnell müde und träge, unbeweglich und krank und fressen so viel wie zwei kleinere Kangals. Dann ist es doch besser zwei kleinere Kangals zu halten, so habe ich  4 Augen, 4 Ohren und 8 Beine die meine Herde verteidigen und fressen tun sie nur soviel wie ein Großer.“ Welch einfache und sinnvolle Logik. Mehr Effektivität zum gleichen Preis.

Ein solcher, für die Leistungsansprüche der Hirten nützlicher Kangal ist zwischen 70 und 80 cm groß und hat ein Gewicht zwischen 40 und 60 kg. Sein Körperbau zeugt von Kraft und Wendigkeit und was für die Hirten besonders wichtig war und wohl auch noch ist, er ist „schlau wie ein Wolf“, so drückten es die Hirten aus. Mit schlau meinten sie in ersten Linie, dass ein Kangal immer taktisch schlau arbeitet. Genau darin ist der Kangal auch „Wolf“ geblieben. All seine Arbeit als Schutzhund ist taktisch durchkalkuliert und geschieht in der sinnvollen Zusammenarbeit mehrer Kangals. So wie es auch Wölfe bei der Jagd tun.

Natürlich hat ein riesiger, schwerer Kangal mehr Chancen aus einem Kampf als Sieger hervorzugehen als ein kleinerer aber das Kämpfen ist nicht die Priorität der Kangalzucht der Hirten. In der Schutzarbeit soll der Kangal nicht als Provokant auftreten, so sagten es mir immer die Hirten, er soll nur den Feind fern halten und dafür sind viele Kangals der bessere Weg. Genau, denn viele Hunde können rechtzeitig den Feind an vielen Flanken entdecken um dann die anderen Kangals zu Hilfe rufen. Genau dies kann der Kangal, er erkennt wenn „Not am Mann“ ist. Diese Tiere sind so schlau dass sie, fern ab vom wildem Gebell, am Bellen erkennen ob es z.B. nur um eine kleine Rangelei zwischen zwei Rüden geht oder ob es um eine wirkliche Bedrohung geht.

Ein weiterer großer Vorteil bei der Arbeit mit mehreren  „kleineren“ Kangals sind die verschiedenen Charaktere / individuellen Eigenschaften der einzelnen Tiere.

Mal einige Beispiele aus meinen Beobachtungen an meinem sechs köpfigen Kangalrudel.

Memphis, die jüngste Hündin in meinem Rudel, 2 Jahre alt, hat gelernt das der Rabe eine Bedrohung für die Entenküken ist. Aber wie es nun mal mit dem Raben so ist, er kommt mit leisen Flügeln und so hört man ihn nicht wenn er auf Beutezug ist. Erst wenn die Enten kreischen kommen alle Hunde zur Hilfe. Bisher hat dies auch immer zur Rettung der Enten gereicht aber nicht für alle Küken. Doch Memphis ist da noch schlauer als die anderen. Sie hat beobachtet das der Rabe im Baum lauert um Beute zu machen. Sobald sich also ein Rabe im Baum niederlässt wird er mit Adleraugen von Memphis beobachtet. Nichts kann sie dann davon abhalten. Auch wenn es nur in meinem Wallnussbaum raschelt, wird dieser so lange beobachtet bis die Gefahr oder die vermeidliche Gefahr verzogen ist. Kommt es jedoch dazu, dass die Bedrohung im Baum einen Angriff starten möchte, ruft Memphis die anderen Hunde zur Hilfe und so ist all mein Federvieh bestens geschützt.

Mein erfahrener Rudelsführer Panther ist ein sehr gelassen  Hund. Seine ganz besondere und von den Hirten in der Türkei auch geliebte Charaktereigenschaft ist seine, von ihm ausgehende Ruhe, sein taktisch, kalkulierender Blick für die Arbeit und dass er nur dann in seine Schutzarbeit stürmt, wenn es wirklich brennt. Kangals, die die Herde nur dann verlassen wenn eine wirklich Bedrohung zu erkennen ist sind mit Gold nicht aufzuwiegen. So sagten es mir die Hirten. Denn ihnen ist es wichtig, dass ihre Hunde keine „Draufgänger“ sind  sondern immer die Nähe der Herde suchen und in keine unnötigen Gefahren laufen. „Einen Kangal, den man nicht sieht ist kein guter Kangel“ so erzählten es mir die Hirten. So ist also, ein in seiner Veranlagung „ruhiger“, mit Lebenserfahrung  ausgestatteter Kangal ist eine weitere wichtige Bereicherung für die Schutzarbeit.

Araton, der Sohn von Panther ist wohl der stärkste Hund in der Gruppe. Sein ganz besonderer Vorzug dürfte seine Kampfstärke sein. Aufgrund seines etwas schwereren Körperbaus, im Gegensatz zum wendigen Chef Panther, fehlt es Araton etwas  an Schnelligkeit, Wendigkeit und Kondition, möchte aber betonen nur im Gegensatz zu Panther.   Ihm geht sozusagen etwas früher "die Luft aus" aber in einer körperlichen Auseinandersetzung würde er seinen Vater und Rudelsführer  wohl in den Schatten stellen. Sein mächtiger Kopf und seiner starkes Gebiss bieten dafür beste Voraussetzungen. (Nebenbei bemerkt erkennt man daran, dass nicht der stärkste Hund im Rudel auch der Rudelführer sein muss.) 

Ein letztes Beispiel, das zeigt wie wichtig es ist besser mehrere Hunde zum Schutz zu besitzen als einen „Dicken“, soll Jamie sein. Er ist der größte Kangal in meinem Rudel aber auch der Rangniedrigste. Jamie hat die Nase, für die die Hirten in der Türkei ein Augenlicht geben würden. Denn Jamie, so würden es die Hirten sagen, richt den Wolf hinter dem Berg. Keiner meiner Hunde hat so eine empfindsame Nase und so ist seine Nase ein Garant für ein rechtzeitiges erkennen einer drohenden Gefahr.

Der Hund stammt vom Wolf ab. Und die Stärke des Wolfs ist das Rudel, der soziale Zusammenhalt. Nur das Rudel, mit den vielen verschiedenen Eigenschaften der Tiere gewährt das Überleben und garantiert z.B. bei der Jagd höchste Effektivität. Das taktische Zusammenspiele der Tiere und die soziale Bindung machen den Wolf erst stark. Genau dies gilt auch für den Kangal. Erst die taktische Schutzarbeit mehrer Kangals bringt die erforderliche Sicherheit für Mensch und Tier.

Wenn man also heute in der Kangalzucht immer mehr beobachten kann, dass äußere Merkmale und im besonderen die Größe oder Kraft im Vordergrund der Kangalzucht stehen, dann wird die Hunderasse Kangal bald nur noch als leere Hülle unser Auge erfreuen aber unsere Seelen nicht mehr berühren. Denn der Kangal ist wie ein Freund der einen tiefen Einblick in unseren Seelenzustand hat.

Warum also dieser Größenwahn, diese Reduzierung auf Größe und Kraft  in der kommerziellen  Kangalzucht?  Die Antwort erscheint mir  doch ganz einfach. Es gibt einen Kundenkreis, der diese beeindruckenden Tiere einzig als Statussymbol anschafft. Und Statussymbole stehen hoch im Kurs unserer Gesellschaft und mit ihnen lässt sich auch immer gutes Geld verdienen. Es ist nichts gegen eine kommerzielle Kangalzucht einzuwenden aber nur dann, wenn die Zuchtziele auch den Stolz des Kangal nicht brechen. Ein Kangal ist Stolz unser Freund zu sein. Und welcher Freund, so Frage ich Sie lieber Leser, möchte nur als Statussymbol missbraucht werden? Wir Menschen können Abstand nehmen von solchen „Freunden“ die uns missbrauchen, der Kangal kann das nicht. Es liegt es in der Hand der Züchter, den Kangal als stolzen Freund zu erhalten.

Ein Kangalrudel mit seinen vielen verschiedenen Eigenschaften deckt auch viele Gefahren am effektivsten ab.

 D. Kattner



Eine Kundengeschichte von Alex Schempp / Schweiz

"Dschimbali" v. Charlys Hundefarm
Wie sie den Hirten zu niederen Arbeiten "verdonnert".

Lieber Degenhart.
Unter der Annahme, dass der Kangal sich nicht nur in unsere Familie integriert, sondern sich auch über eine eigene Herde freuen wird, haben wir unseren Kangals eine kleine Auswahl an Tieren zukommen lassen. So z.B. ist die Integration der Kangals in die Rinderherde nie ein Problem gewesen. Nach anfänglichem gegenseitigem Beschnuppern und fangen spielen, hat sich der Übermut gelegt und die Herde hat sich in der neuen Zusammensetzung sehr schnell gefunden.
Ermutigt von diesem ersten Erfolg hielten wir Ausschau nach weiteren Tieren, die das Leben unserer Kangals bereichern würden. Wir geben zu, dass wir auch davon profitieren wollten. Das hat aber nichts mit unserer Reklamation zu tun. Dazu komme ich gleich noch, lass mich noch ein bisschen ausholen.
In diesem Frühling, der sich zwar nie als solcher zu erkennen gegeben hat, wurden wir auf zwei Zwergziegen aufmerksam. Die armen Tierchen waren so scheu, dass wir daran zweifelten, ob wir sie je werden streicheln können, auch dazu werde ich noch ausführlicher Stellung nehmen.
Dennoch, auch hier zeigte sich, das ein Kangal nicht nur die Sprache von uns Menschen spricht, sondern auch die Sprache der Zwergziegen. Als die ersten warmen Tage dieses Jahres sich zeigten, suchte ich die Kangals vergeblich. Unter starkem Schock, sie könnten aus dem Stall ausgebrochen sein, fingen wir an zu rufen und zu pfeifen. Doch nichts regte sich unter der heißen Mittagssonne. Um einen ruhigen Moment zu finden und die Aufregung abzubauen, hörten wir den Vögeln beim Pfeifen zu. Ja lieber Degenhart, uns kommt das auch bekannt vor, da muss doch irgendwo die Dschimbali sein. An diesem Gedanken angelangt tauchte die nächste Frage auf: Wo sind denn die Zwergziegen? Dass bei solchen Vorfällen kein rationales Nachdenken mehr möglich ist, versteht sich von selbst.
Traurig und voller Sorgen suchten wir den vermeintlich leeren Stall auf. Dass sich da alle, im kühlen Stall vor den heißen Sonnenstrahlen ausruhen würden hätte ich nicht gedacht. Da lagen die vier nun. Die einen wiederkäuend die anderen schnarchend, aber alle zufrieden und wohlauf. So viel Harmonie bringt das stärkste Herz auf Höchstleistungen und an seine Grenzen. Dieser entstehende Druck musste natürlich reduziert werden, die feuchten Augen zeigten auch ganz deutlich wie das geht.
Nun will ich es nicht mehr noch spannender machen und unnötig in die Länge ziehen. Kurze Zeit später fanden sich auf unserem Hof noch mehrere Hähne und ein Gänsepaar ein. Dass es dabei keine nennenswerten Vorfälle gab, versteht sich von selbst. Doch nun zeigte sich eine Entwicklung, deren Folgen wir noch nicht absehen können. Beim Hüten der Tiere, auf der großen Weide neben dem Haus, das für meine Person einem Herumliegen gleicht, bin ich völlig überflüssig. Ich würde sogar sagen machtlos. Während Dschimbali, du erinnerst dich sicher an die „kleine niedliche Hündin“, das ganze überwacht, managt und führt, kann ich meine Hände in den Schoss legen. Wenn meiner Meinung nach die Tiere noch weiter grasen sollten, entscheidet Dschimbali, dass jetzt auf dieser Stelle nicht mehr geweidet wird. “…wie bitte?“
Wenn dann endlich auch das letzte Lüftchen nachlässt und kein Blättchen mehr raschelt, dann brauche ich mir keine Sorgen zu machen. Dschimbali dreht sich auf den Rücken und wälzt sich ungemein zufrieden im Gras. Jetzt kommt es: Abrupt wird die Situation von ihrem Bellen unterbrochen. Was jetzt folgt übersteigt alles Erlebte. Die dazugekommenen Saanenziegen, Zwergziegen und die gefiederten Freunde machen sich schnurstracks und geordnet auf den Rückweg. Da staunt das Hirtenauge. Hinter allen, ihren Rückzug deckend, Dschimbali. Würde ich versuchen die Tiere so schnell nach Hause bringen zu wollen, würde ich ein Durcheinander anrichten, bei dem die Wiederherstellung der Ordnung mindestens eine Stunde dauern würde. So geht das einfach nicht weiter Degenhart. Ich bin der „Alpha“. Schließlich putze ich den Stall und sorge für die Ordnung, oder nicht? Abgesehen von meinem beschädigten Ego bestimme ich nicht einmal mehr, wann diese bunte Herde am Abend nach Hause zu kommen hat.

Nochmals ein dickes Dankeschön für unsere wundervolle Hündin Dschimbali, die wir von dir haben.
Alex und Nadine


An dieser Stelle mal ein kleiner Beitrag zu dem Thema
> Kinder und der Kangal <
Dies ist ein eMail-Ausschnitt einer netten Familie, die zusammen mit einem Kangal (Aragon) aus meiner Zucht in der Schweiz lebt.

Er (Aragon) durfte mit auf die Kindergartenreise. Es waren 47 Kinder. Darunter auch 9 Kinder mit Behinderung. Die hat er besonders ins Herz geschlossen, und die Kinder natürlich Aragon auch. Er war einfach perfekt. Es war so schön anzusehen, wie er sich auf jedes Kind einliess. Er suchte immer wieder den Kontakt zu den Kids. Ich liess ihm immer soviel Freiraum, dass er sich auch zurückziehen konnte. Aber nixda. Er legte sich immer wieder mitten zu den Kindern und liess sich kraulen und verhätscheln :-) Er suchte den Kontakt regelrecht. Alle waren begeistert und fragten mich nach seiner Ausbildung. Sie konnten es kaum fassen, dass er das von sich aus machte und nicht "antrainiert" war.


 

 

  Eine Geschichte, wie man sie nur mit einem Kangal erleben kann, von "Dschimbali", einer Kangalhündin aus dem T-Wurf.

Geschrieben von ganz besonderen Menschen, die auch erkannt haben, dass es sich nicht um eine Amsel handelt.

Lieber Degenhart,

seit wir Dschimbali haben, pfeifen die Vögel sobald wir den Wald betreten. An einer Stelle, direkt am Waldrand, haben sie sogar im Winter gepfiffen. Ich hatte schon von Anfang an den Verdacht, dass sie nicht wegen mir, sondern wegen Dschimbali so ein Konzert veranstalten.
Letzte Nacht war es dann soweit. Dschimbali bog bei dem besagten Waldrand ein, Baghira und Murphy trotteten gleich hinterher. Das kam mir dann doch verdächtig vor, also machte ich mich auf um nachzuschauen. Plötzlich zwitscherte es vom Waldboden nach oben. Na sowas, da sass ein kleiner Piepmatz und verkündete lautstark, dass er aus dem Nest gefallen war. Was soll ein tierliebendes Herz da machen? Dschimbalis Augen sprachen eine nur all zu deutliche Sprache. So endete der Abend mit einer aufregenden Überraschung. Wir brauchten also einen Käfig. Für die Nacht setzten wir den kleinen Piepmatz, vermutlich eine Amsel, in einen Wäschekorb und legten ihn zum Schlafen in eine Kappe.
Am Morgen mit den Hunden raus, die Fliegenklatsche und die Schaufel dabei, um auch noch das benötigte Futter für das Vögelchen mitbringen zu können. Das Ergebnis war, dass ich bei diesem kalten Wetter nur eine Fliege finden konnte. Die flog mir übrigens in unserer Wohnung an der Nase vorbei, das war faktisch ihr Todesurteil. Fressen oder gefressen werden, dachte ich mir. Der Piepmatz war uns doch lieber. Leider ist das Wetter immer noch nicht besser geworden und die Fliegen lassen sich nicht blicken.
Wie war das wohl? Wussten die Vögel schon vor Monaten was im Frühling geschehen wird? Oder haben sie Kangals so gerne? Und was wird uns die Dschimbali noch alles zutragen? Also das hast du uns nicht gesagt, Degenhart! Das hat uns eine Klappleiter, die ich mit feinmaschigem Draht umwickeln musste, gekostet. Die Würmer und die Fliege waren zwar umsonst, aber trotzdem, wir machen uns Sorgen. Wir haben nicht unzählige Leitern und kilometerweise Maschendraht. Wenn das so weitergeht, musst Du uns ein paar Dutztend Fliegen schicken.

Gruss,
Nadine und Alex