Ernährung

 

  Die Ernährung des Kangal  
Die Grundregel könnte lauten :
So viel wie nötig und davon zu wenig wie möglich.
Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung sind der Grundstein einer gesunden Entwicklung.

Vorweg ein Zitat eines Kunden, der auf unsere Ernährungsvorstellungen Bezug nimmt.
Wir bedanken uns herzlich für die Erlaubnis dieses Schreiben auf unserer HP veröffentlichen zu dürfen, zumal nicht jeder Mensch die Größe besitzt einen Fehler einzugestehen.

Zitat Anfang
>Isa (eine Hündin aus meiner Zucht) wird jetzt im Mai 6 Jahre alt und ist aus dem Gröbsten raus. Sie hat sich prima entwickelt und macht Ihren Job hervorragend. Vor allem Kindern ist sie sehr zugeneigt. Sie hat die Ruhe weg bei den Kleinen. Seit einiger Zeit hat sie mit Allergien zu kämpfen und wir kochen jetzt selber für den Hund (Pferdefleisch, Kartoffeln, Möhren und Distelöl). Das liebt sie und wir haben die Allergie damit auch gut im Griff. Das Fell ist wieder normal und die Ekzeme sind auch verschwunden. Hätten wir besser von Anfang an füttern sollen. Später ist man immer schlauer. Unser Tierarzt ist sehr zufrieden mit Isa und kann kaum genug bekommen von der Schmuserei mit ihr.  Er meint, er hätte noch nie einen so verschmusten Kangal gesehen, da er im Ausland ab und zu arbeitet hat er mit vielen Hirtenhunderassen zu tun gehabt.<
Zitat Ende

Dieses Zitat verdeutlicht wie wichtig eine ausgewogene Ernährung für einen Kangal ist.
Der Kangal zeichnet sich in der Ernährung durch Anspruchslosigkeit aus. So ist diese "Anspruchslosigkeit" ein wichtiges Zuchtziel der Hirten in der Türkei; denn viel Nahrung können sie ihren Hunden nicht bieten. Die Hirten und ihre Familen haben selber nur selten Fleisch auf ihren Tellern und so muss auch der Kangal mit wenig tierischen Eiweiß auskommen.
Auch ist der Kangal ein in sich ruhender Hund, der für seine Arbeit als Herdenschutzhund zwar schnell und wendig sein soll und lange Wanderungen mit den Schafen mühelos bewältigen kann, aber ansonsten mag er das "bequeme" Leben. So ist sein Energiebedarf / Futterbedarf nicht so groß wie z.B. bei Schlittenhunden, die körperlich weit mehr gefordert werden und so auch ein energiereicheres Futter benötigen.
Häufig ist für den Kangal in der Türkei Mehlbrei mit Öl, vielleicht mit einem Ei oder ausgekochte Knochen mit Weißbrot der Lohn eines harten Arbeitstages. Tierisches Eiweiß steht also weniger auf dem Futterplan. So muss man bei der Ernährung des Kangals diese "Anspruchslosigkeit" berücksichtigen. Ein zuviel an tierischem Eiweiß führt schnell zu Fehlentwicklungen der Knochenkonstruktion oder zu  Hauterkrankungen.
Besonders wichtig ist eine ausgewogene Ernährung der Welpen. Welpenfutter mit bis zu 30% Rohprotein, wie man sie im Handel findet, führen garantiert zu Problemen in der körperlichen Entwicklung. Man könnte es mit einem Kaktus vergleichen der täglich gut gedüngt wird. Er wird am Anfang gut wachsen aber dann bald seine "Stachel hängen lassen".

Da ich kein großer Freund von Fertigfutter bin, bereite ich das Futter für alle Hunde selber zu. Nun ist auch mir bekannt dass hier die Meinungen (weit) auseinander gehen. Den Kritikern, der von mir bevorzugten Ernährung der Hunde gebe ich zu bedenken, dass die Kangals bei den Hirten in der Türkei bis heute kein Fertigfutter bekommen, dass erst Anfang des 20zigsten Jahrhundert die Futtermittelindustrie entstanden ist und die Hunde bis dahin ohne diese Produkte leben konnten und dass der Hund schon immer von den Essensresten der Menschen leben musste. Nun sollen unseren Hunde nicht den Abfall verwerten, aber wenn sie unsere Essensreste bekommen, dann ist z.B. der Rest einer Hühnersuppe mit dem Gemüse, angedickt mit Reis eine vollwertige und gesunde Ernährung.
So schreibt z. B. Marc Torel:
Zitat: Entgegen landläufiger Auffassung eignet sich für den Hund durchaus menschliche Ernährung und wer nur einen vierbeinigen Hausgenossen in der Wohnung hat, kann ihn durchaus mit den meisten Lebensmitteln oder Gerichten mitfüttern, indem er eine zusätzliche Kinderportion zubereitet. Zitat Ende.

So koche ich täglich eine Suppe aus z.B. Pansen / Innereien wie Lunge mit Strunk / Leber / Herz / Geflügel / Fisch etc.
In diese Brühe kommen abwechselnd verschiedene Kräuter, wie z.B.  Schnittlauch, Petersiele oder Löwenzahn, Gemüse wie z.B. Möhren aber auch Obst oder Nüsse (gemalen). Angedickt wird alles mit Reis, Nudeln, Kartoffeln, Haferflocken, Graupen etc.
Ab und zu hilft auch Lebertran einem eventuellem Vitaminmangel vorzubeugen. (Gerade in den Wintermonaten, wenn die Sonne weniger scheint.) Natürlich kommen auch Öle unter das Futter. Sonnenblumenöl, Olivenöl oder Distelöl. Große Knochen dienen der Zahnpflege und ungewaschenen Pansen gibt es auch roh.
Während die Welpen in den ersten Wochen noch bis zu 5 Mahlzeiten bekommen, werden die ausgewachsenen Tiere nur noch einmal täglich gefüttert. Leckerchen sind meinen Hunden fremd.

Zusammen gefasst kann man also sagen:
Der Kangal stellt an seine Ernährung keine hohen Ansprüche und auch die Futtermenge, gemessen an seiner Größe, ist eher gering. Täglich eine Mahlzeit  und ab und zu einen Fastentag führen, bei einer abwechlungsreichen Ernährung zu einem langem gesundem Leben.

In dem Buch von Ilse Siber und Eric H. W. Aldington "Hundezucht naturgemäß" wird die natürliche Hundernährung ausführlich beschrieben. Über Kräuter und Hausmittel findet man beste Ratschläge.