Körperbau

Die Äußere Erscheinung dea Kangal

Aufgrund der bis heute auf Leistung ausgerichteten Kangalzucht bei den Hirten in der Türkei, ist das äußere Erscheinungsbild dieser Hunderasse doch sehr vielfältig und spiegelt die verschiedenen Umweltbedingungen des Herkunftslandes und die unterschiedlichen Ansprüche der Hirten wider.
Leider wurde auch beim Kangal die kommerzielle Vermarktung entdeckt und somit bestimmen heute immer mehr die Standardvorschriften / die Mode die Kangalzucht.

So wird bei  Kangalzucht immer mehr auf Größe und Gewicht wert gelegt und Kangals die bis zu einem Meter groß und über 100 kg schwer werden sind dann das Ergebnis. Diese Tiere haben mit den Herdenschutzhunden der Hirten nichts mehr gemein.
Die türkischen Hirten machten mir zu solchen Zuchtzielen eine ganz einfache, aber logische Rechnung auf:
Ein solch großer Kangal frisst so viel wie zwei mittelgroße Kangals, er ist bei der Arbeit schnell müde, häufig krank und viel zu träge. So nehmen die türkischen Hirten lieber zwei “mittelgroße“ Kangals. Zwei dieser “mittelgroßen“ Kangals fressen nämlich so viel wie ein solch großer Kangal, bleiben gesund und sind ausdauernder und fitter. Dazu kommt dass 4 Augen, 4 Ohren, 2 Nasen und 8 Beine die Herde beschützen. Und das bedeutet, wer möchte dies bestreiten, eine viel höhere Effektivität.
Nun sagen manche Leute, dass bei einer körperlichen Auseinandersetzung, z. B. mit einem Wolf, es diesen “leichteren“ Kangals an Masse fehlen würde, doch dies gleichen solche Kangals durch taktisch schlaues Vorgehen und durch Schnelligkeit und Wendigkeit wieder aus.

Es ist schon traurig, dass sich die Kangalzucht von den wichtigen Zuchtkriterien der Hirten immer mehr entfernt und letztendlich hat diese Zuchtauslese auch Auswirkungen auf das sanfte aber auch feste Wesen, dieser beeindruckenden Herdenschutzhunde.
 

Kopf:
Großer, breiter und massiver Schädel, der von vorne betrachtet abgerundet erscheint. Der Stop, also der Übergang zwischen Nasenrücken und Stirnpartie schwach ausgeprägt. Der Nasenrücken kann kurz oder auch lang sein. Kräftige Backenmuskulatur. Die Lefzen liegen gut an.

Gebiss:
Ausgesprochen kräftig, Scheren- bis Zangengebiss.

Augen:
Mandelförmig und gut eingebettet. Vorzugsweise dunkel aber auch, bis hin zu der Farbe des Bernsteins.

Ohren:
Mittelgroße, V-förmige Hängeohren.

Körper:
Tiefe Brust, bis zu den Ellenbogen reichend. Gut gewölbten Brustkorb, bei den leichteren Typen sind die Rippen im unteren Drittel leicht abgeflacht und die untere Begrenzungslinie steigt zu den Flanken gut an.
Der Rücken ist gerade, muskulös und der Widerrist setzt sich leicht von der geraden Rückenlinie ab.
Die Knochenkonstruktion gewährleistet einen ausdauernden, energiesparenden, wendigen und schnellen Bewegungsablauf.
Der Körperbau des Kangals kann quadratisch (Widerrist in etwa gleich der Rumpflänge.) oder auch  lang gestreckt (Rumpflänge etwas länger als der Widerrist.) sein.
Der gesamte Körperbau ist harmonisch abgestimmt und repräsentiert Kraft, Wendigkeit und Ausdauer.

Fell:
Verschiedenste Variationen sind möglich. Kurz – Stockhaar* / Lang - Stockhaar, die Unterwolle ist bei einigen Hunden stahlgrau. Es kommen fast alle Fellfarben vor, schwarze Kangals sind jedoch seltener anzutreffen. Auch trifft man gescheckte oder gestromte Hunde an. Am häufigsten trifft man den Kangal in der Fellfarbe Beige mit dunkeler Maske an; denn mit dieser Fellfärbung ist er bestens zwischen den Schafen getarnt. Die rein weißen Hirtenhunde leben zu meist in schneereichen Gebieten und sind dort natürlich, aufgrund ihrer weißen Fellfarbe am besten getarnt.
*Sowohl Deckhaar als auch Unterwolle ist deutlich vorhanden.

Rute:
Von einer einfachen Ringelrute bis hin zu einer doppelt eingerollter Ringelrute. Zumeist über den Rücken getragen.

Gangart:
Ein entspannter, federnd kraftvoller Gang macht das Beobachten dieser Tiere zu einer Augenweide. Im Allgemeinen jedoch bevorzugen sie den energiesparenden (langsamen) Schritt. Der jedoch, bei Herausforderungen in unglaubliche Geschwindigkeiten übergehen kann.

Widerristhöhe:
Von unter 70cm bis über 80cm

Gewicht:
Relativ leicht aber auch schwere Typen kommen vor. Bei gleicher Widerristhöhe Gewichtsunterschiede von bis zu ca. 20 kg.
Von unter 40 kg bis 70 kg

Zum Abschluss gilt noch zu erwähnen, dass es einen deutlichen geschlechtlichen Unterschied im Körperbau gibt. Man muss nicht erst unter den Bauch gucken um zu erkennen ob es ein Rüde oder eine Hündin ist. Aber auch in den Wesenszügen zeigen sich einige Unterschiede.